Ist die Geschichte der Amerikaner so jung? Zwei Jahrzehnte vor dem lägendären Anschlag der Thesen von Martin Luther in Wittenberg - und nur fünf Jahre nach der Ankunft von Christoph Kolumbus in der Karibik - erkundete John Cabot im auftrag des englischen Königs die Küsten von Kanada. Im Jahre 1521, als der Reformator zagend vor den Reichstag in Worms trat, wurde Hernando Cortez zum Statthalter in Mexiko ernannt. Drei Jahre später drang Giovanni da Verrazano in die Mündung des Hudson Rivers in der heutigen USA ein. Und weitere elf Jahre später stiess der französische Kapitän Jacques Cartier im Sankt-Lorenz-Strom bis in die Höhe des heutigen Montreal vor.
Villa El Salvador ist eine der älteren Armensiedlungen der Hauptstadt, rund 500.000 Menschen vegetieren dort vor sich hin. In Villa el Salvador gibt es kein elektrisches Licht, das Wasser muss in Blechkanistern vonweit her geholt werden, die ärztliche Versorgung ist völlig unzureichend und die Kindersterblichkeit extrem hoch. Es gibt in Villa el Salvador kaum arbeit und damit auch kaum Geld. Verglichen mit den neueren Slums in Peru sind die Bedingungen hier jedoch fast noch freundlich zu nenen.
Brasilien ist vor allem das Land der Gegensätze. Der Reichtum der achten Industrienation kann die Horrorstatistik eines fast afrikanischen Elends nicht verhüllen. Hinter dem Glanz von Copacabana verbirgt sich die Misere der Slums. Im Süden findet man den bürgerlichen Wohlstand deutscher Einwanderer, Sauerkraut und Zapfbier, im Norden Folklore und Traditionen einer aus Indianern, schwarzen Sklaven und Portugiesen herangewachsenen Bevölkerung. Enorm sind auch die Kontraste der Landschaftsformen in Brasilien: sie reichen von Halbwüsten bis zum grössten Regenwald der Welt.
So sehr Mwani einerseits die Ausdehnung des Tutsistaates befürwortete, so sehr wurde durch das Eingreifen einer zweiten Zentralmacht doch seine eigene Herrschaft geschwächt. Die Zusammenarbeit zwischen dem Tutsi-Adel und der Kolonialverwaltung aus Belgien, von der die neuen Chefs abhängig waren, untergrub seine Autorität. Bischof Classe betrieb zudem systematisch die Absetzung Musingas und versuchte zugleich die Kontakte mit dem Adel in Ruanda zu verbessern. Diese Politik im Interesse des Adels verstärkte den Zustrom von Tutsi in die Kirche und in die schulen der kirche. Leidtragende waren die Hutu, die zuvor bevorzugt die Förderung der Mission erfahren hatten.
Ähnlich wie dem Zuluherrscher Chaka gelang es um die Jahrhundetwende zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert in Guinea dem Führer Samori mit dem Einsatz beträchtlicher Gewalt gegen die "eroberte" Bevölkerung einen straff organisierten staat aufzubauen, der dem europäischen Imperialismus heftigen Widerstand entgegensetzte. Dies machte Samori zu einer der Symbolfiguren des späteren afrikanischen Nationalismus. Die von den eroberungszügen Samoris wie der Franzosen betroffenen Völker kamen allerdings schwer zu Schaden: Menschen starben in grosser Zahl oder flüchteten, ihre Ernten wurden zerstört und der einst florierende Handel brach zusammen.
Die 1898 auf dem Gebiet der heutigen Republik Kongo eingeführte Kopfsteuer verstärkte die Folgen der kolonialen Raubwirtschaft. Die einheimische Bevölkerung sah sich von zwei seiten bedrängt, wobei die Beamten und Soldaten der Kolonialverwaltung aus Frankreich nicht weniger brutal vorgingen als die Agenten der Gesellschaften und ihre Privatpolizei. Die aufbringung von Kautschuk und Elfenbein, die Steuereintreibung sowie die Zwangseintreibung von trägern und Arbeitern schädigten die traditionelle Gesellschaft und Wirtschaft in ihrem lange eingeübten Funktionieren und verringerte die Zahl ihrer Mitglieder.
Die Partei UPC hatte in Kamerun in den 1950er Jahren keine Chance, mit demokratischen Mitteln ihre Politik durchzusetzen. Zumindest bis 1956, als allgemeines wahlrecht eingeführt wurde, liessen die willkürlichen Bedingungen, unter denen Wähler zugelassen wurden, einer radikalen Gruppe keine Aussicht auf Erfolg. Ihre Sympathisanten und Mitglieder fand die UPC in den Regionen Bassa und Wuri unter den Bassa und Bamileke aus dem städtischen Proletariat. Vor allem das von Bassa bewohnte Gebiet wurde zum Zentrum des von der UPC getragenen Widerstands. Damit unterstützte genau jener Teil der Bevölkerung von Kamerun den radikalen Antikolonialismus, der am meisten unter der Kolonisierung zu leiden gehabt hatte.
Die Gründung moderner politischer Organisationen in Uganda war bis zum Zweiten Weltkrieg in erster Linie Sache der Baganda und der angehörigen des civil service. So wurde 1915 eine Young Baganda Association und 1922 eine Uganda African Civil Servants Association gegründet, die beide wesentlich durch Baganda getragen und geführt wurden. Ihre Forderungen betrafen vor allem die Beseitigung der Nachteile für afrikanische Händler und Kolonialbeamte.
Haile Selassie versuchte nach Amtsantritt in Äthiopien Mitte der 1930er Jahre durch internationale Abkommen, seine Position zu stärken. Es fehlte ihm allerdings an Waffen, die die europäischen Staaten nicht liefern konnten oder wollten. Der Völkerbund erwies sich für Äthiopien als ungeeignetes Instrument zur Verteidigung seiner nationalen Souveränität. Während dort, überschattet von der deutschen Mobilmachung, diskutiert und Äthiopien immer wieder auf den Verhandlungsweg verwiesen wurde, beging Italien eine Grenzverletzung nach der anderen. Mussolini kümmerte sich wenig um den Völkerbund und griff schliesslich an.
Frankreich hatte sich in den Autonomieverhandlungen mit Tunesien den Verbleib seiner Truppen im Land erkämpft: zum einen führte es Krieg in Algerien, zum anderen war aus der Sicht Frankreichs die Zukunft der Sahara und damit die Grenzen der Staaten im Norden und Süden längst nicht geklärt. 1958 kam es zu einem Abkommen über den französischen Rückzug, in dem jedoch die Basis in Bizerta - Frankreichs bestausbauter Marinestützpunkt im Mittelmeer - und die Präsenz im Saharagebiet ausgenommen blieben.
Bourguibas Forderung nach einem Abzug des französischen Militärs war verbunden mit der Festlegung der Grenzen im Saharabereich, für die er unter Umgehung der Franzosen Verhandlungen mit der algerischen Exilregierung und Libyen führte. De Gaulles Weigerung, in Verhandlung einzutreten, löste schliesslich die Blockade des Stützpunktes aus. Die tunesische Miliz begann im Juni 1961 die französischen Stellungen einzuschliessen, im Juli kam es zu schweren Kämpfen mit 670 Toten, aber erst im Oktober 1963 verliess Frankreich das Gebiet Tunesiens.